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Iva Gottliebová: Deutsch begleitet mich seit Anfang meiner Karriere

„Deutsch für die Karriere" - Im heutigen Gespräch stellen wir Iva Gottliebová, die Marketing- und Kommunikationsdirektorin bei der Commerzbank, vor.

Wann hatten Sie zum ersten Mal Kontakt mit Deutsch? Was war für Sie der Grund, Deutsch zu lernen?

Als ich ungefähr sechs Jahre alt war, begann mein Opa, mir Deutsch beizubringen. Er kam in Wien zur Welt, seine Familie lebte dort bis 1918, dann übersiedelte sie nach Prag. Mein Opa lernte in Wien am Gymnasium und sprach sowohl Deutsch als auch Tschechisch. Natürlich war es nicht meine Entscheidung, bei ihm Deutsch zu lernen, meine Eltern entschieden das für mich und baten meinen Opa, mich zu unterrichten. Ich nahm bei ihm „Stunden" zweimal die Woche und in den Ferien in unserem Sommerhaus sogar jeden Tag. Er hatte mit mir viel Geduld, ich wollte ja hauptsächlich in den Ferien nicht viel lernen, schaffte es aber letztendlich, Deutsch sehr gut, grammatikalisch korrekt zu sprechen. Die grammatische Theorie beherrschte ich jedoch nicht besonders gut. Nach dem Tod meines Opas meldete ich mich mit 16 Jahren bei der damaligen Staatlichen Fremdsprachenschule in Prag an, wo ich dann Deutsch bis zum Ablegen einer staatlichen Sprachprüfung lernte. Ich hatte zum Glück ausgezeichnete Lehrer - nicht nur ihre Aussprache war perfekt, sie beherrschten hervorragend auch die Grammatik und konnten den Lehrstoff sehr gut erklären. Die Deutschkenntnisse halfen mir auch sehr während meines Studiums an der Wirtschaftshochschule. Mittels AIESEC erhielt ich in den Sommerferien ein zweimonatiges Praktikum in Deutschland. Mit dieser Erfahrung konnte ich dann die staatliche Sprachprüfung mit links ablegen.


Forcierten Ihre guten Deutschkenntnisse Ihre Laufbahn? Wie nutzten Sie Deutsch in Ihrem Beruf?

Deutsch ist mit meiner ganzen beruflichen Laufbahn verbunden. Schon in meinem ersten Job nach dem Studium im Tschechischen Fernsehen im Telexport in der Koproduktionsabteilung war die deutsche Sprache wichtig, denn Deutschland war einer der bedeutendsten Koproduktionspartner. Auch meine weitere Karriere hängt mit Deutsch eng zusammen. Kurz nach der Wende im November 1989 arbeitete ich in der Presseabteilung der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland. Nach ein paar Jahren wechselte ich zur Commerzbank, der ersten deutschen Bank auf dem tschechischen Markt. Ohne derart gute Kenntnisse der deutschen Sprache hätte ich mit Sicherheit in keiner dieser Institutionen arbeiten können. Obwohl ich dann über mehrere Jahre hinweg den Kontakt zu der deutschen Arbeitsumgebung ein bisschen verlor (um ihn später wieder herzustellen), profitierte ich trotzdem auch bei den weiteren Arbeitgebern immer davon, dass ich außer Englisch noch sehr gut Deutsch sprechen kann.


Ist für Sie Deutsch auch außerhalb Ihres Berufs wichtig? Interessieren Sie sich für Kultur, Literatur usw. der deutschsprachigen Länder?

Selbstverständlich. Mein Opa wiederholte immer, dass je mehr Sprachen du sprichst, desto mehr bist du Mensch. Ich erinnerte mich an seine Worte mehrmals in meinem Leben. Dank der sehr guten Deutschkenntnisse habe ich heute in Deutschland viele Freunde, mit denen wir uns regelmäßig besuchen. Ohne gutes Deutsch könnte unsere Freundschaft gar nicht so fest sein. Auch meine Kinder regte ich ungefähr seit ihrem fünften Lebensjahr zum Lernen der deutschen Sprache an - so wie ich von meinen Eltern dazu geführt wurde. Die Grundkenntnisse brachte ich den Kindern selbst bei. Später nahmen sie Privatstunden und noch später besuchten sowohl meine Tochter als auch mein Sohn die Sprachkurse des Goethe-Instituts. Beide lernten dort sehr gut Deutsch und sprechen heute die deutsche Sprache nicht nur, wenn sie ins Ausland fahren, sondern auch bei anderen Gelegenheiten.

Source: „Deutsch für die Karriere" (ČIA - Česká informační agentura / Tschechien am Morgen)  

 
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