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Ludmila Rakušanová - Deutschland und Deutsch sind für mich wichtig

„Deutsch für die Karriere" In dieser Serie befragen wir erfolgreiche Managerinnen und Manager, wie Deutschkenntnisse ihre Karriere beeinflussten. Im heutigen Gespräch stellen wir Ludmila Rakušanová, Journalistin und Schriftstellerin, vor. 

Wann hatten Sie zum ersten Mal Kontakt mit Deutsch? Was war für Sie der Grund, Deutsch zu lernen?

Deutsch nahm ich von Kind an auf, ich komme ja aus Budweis, wo man im kommunistischen Regime üblich österreichisches Fernsehen schaute. Der Empfang war zwar nicht besonders gut und wir (zumindest bei uns zu Hause) verstanden auf Deutsch etwa jedes vierte Wort, aber es war im Gegensatz zum damaligen Programm des tschechoslowakischen Fernsehens etwas ganz Anderes, also gaben wir nicht auf. Für mich war dann am Gymnasium selbstverständlich, als Fremdsprache eben Deutsch zu wählen. Der damalige Unterrichtsstil überzeugte mich allerdings davon, dass ich für das Sprachenlernen gar nicht begabt bin und die Fremdsprache nie richtig beherrschen werde.

Forcierten Ihre guten Deutschkenntnisse Ihre Laufbahn? Wie nutzten Sie Deutsch in Ihrem Beruf?

Nach dem Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei im August 1968 verließen wir mit meinem damaligen Freund und späteren Ehemann das Land und wanderten nach Westeuropa aus. Nach einem kurzen Intermezzo in Frankreich wurde Deutschland unser Zuhause. Hier konnten wir ein Stipendium für Deutschkurse am Goethe-Institut erwerben und ich stellte zu meiner Überraschung langsam fest, dass ich doch sprachlich begabt bin, und sogar sehr. Ich wechselte dann zu der Münchner Universität. Da seit jeher meine Leidenschaft der Literatur galt, entschied ich mich sogar für das Nebenfach Germanistik/deutsche Literatur. Ich übersetzte parallel dazu für verschiedene Verlage, z. B. für den Fischer Verlag, die tschechische Literatur ins Deutsche. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs überlegte ich, wie es mit meinem Beruf als Journalistin weitergehen wird, denn das tschechische Programm vom Radio Free Europe neigte sich dem Ende zu. Und startete dann außerdem in Prag erfolgreich eine Korrespondentin-Karriere für verschiedene Medien in den deutschsprachigen Ländern. Ich arbeitete beispielsweise mehrere Jahre für den Berliner Tagesspiegel. Bis heute bin ich u.a. als Korrespondentin der Zeitung Passauer Neue Presse und des Schweizer Blattes Finanz und Wirtschaft tätig.

Ist für Sie Deutsch auch außerhalb Ihres Berufs wichtig? Interessieren Sie sich für Kultur, Literatur usw. der deutschsprachigen Länder?

Nicht nur Deutsch ist für mich wichtig, sondern Deutschland als solches. Ich fand dort mein Zuhause, lernte viele hervorragende Menschen kennen. In den letzten zwanzig Jahren setze ich mich als Journalistin intensiv für die deutsch-tschechischen Beziehungen ein, vor allem im Prozess der sudetendeutsch-tschechischen Versöhnung. Ich bin davon überzeugt, dass wenn die Aussöhnung gelingt, die Tschechen in ihren damaligen Landsleuten und in ihren Nachfahren in Deutschland die treueste Lobby finden, wie man sie sich nur vorstellen kann.


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Source: „Deutsch für die Karriere" (ČIA - Česká informační agentura / Tschechien am Morgen)  

 
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